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Band 5

Tabakverpackung, Etikett der Firma Schmidt & Leibbrandt in Nürnberg, um 1829, aus Elias Erasmus (Paul Otto/Hans H. Bockwitz): Alte Tabakzeichen. Berlin 1924, Taf. 22, Nr. 1)

 
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Band 5/1991, S. 1-14
Gerhard Ermischer: Ein Pfeifenfund aus Aschaffenburg

Bei Ausgrabungen in Aschaffenburg auf dem Gelände der "Alten Dechantei" wurden einige Kellerräume, eine Latrine und ein Brunnen ausgegraben. Die Latrine wurden offenbar nur für den Abfall eines barocken Festes benutzt und sofort danach geschlossen. Weitere Abfälle des mehrtägigen Festes fanden sich in einem der drei Keller, darunter 270 Tonpfeifenfragmente. Der Fund ist auf das Jahr 1740 oder wenig später zu datieren.
Die Pfeifen sind in Größe, Kopfform und Qualität sehr ähnlich. Die ovalen Köpfe sind sämtlich mit dem Goudaer Wappen auf der linken Seite der Ferse gemarkt; als Fersenmarken finden sich die "46" mit und ohne Krone, der "Schlüssel", "BBW" und das "Pfeilebündel", die weitgehend als Goudaer Marken bekannt sind, aber auch an anderen (deutschen) Produktionsorten verwendet wurden. Die Stiele tragen als Aufschrift die Herkunftsbezeichnung "GOUDA", doch ist der Name bei etwa der Hälfte in der deutschen Schreibweise "GAUDA" vorhanden. Einige Pfeifen tragen an der rechten Fersenseite die Initialen "PM", die bisher nicht aufgelöst werden können. Dies deutet darauf hin, dass es sich zu einem hohen Anteil um deutsche Produkte handelt, die Kennzeichen Goudaer Pfeifen imitieren. Möglicherweise handelt es sich um Tonpfeifen aus dem Westerwald.

Fersenpfeife mit eiförmiger Kopfform und Marke "BWB",
niederländische Provenienz (?),
zwischen 1739 und ca. 1750

 

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Band 5/1991, S. 14 ff.
Rüdiger J.J. Articus: Eine Pfeife aus dem Jahre 1866

Ein 1986 in der Magdalenenstraße in Hamburg-Harvestehude gefundener Tonpfeifenkopf zeigt auf der linken Seite einen gekrönten doppelköpfigen Adler, Wappentier des Kaiserreichs Österreich seit 1806, mit dem Text "GERMA(NIA)E PAX". Die Ferse trägt die Marke "Lamm unter dem Baum". Auf der fehlenden rechten Seite ist nach Vergleichsstücken ein Adler mit einem Kopf zu ergänzen. Das Motiv greift den Deutsch-Österreichischen Krieg 1866 auf, in dem Preußen (dargestellt durch den einköpfigen Adler) Österreich besiegte und am 3. August in Prag Frieden geschlossen wurde. Das Pfeifenmodell ist 1866 oder kurz danach entstanden und wurde in Gouda von den Pfeifenfabriken Gerrit bzw. Jan Prince produziert.

Fersenpfeife mit gekröntem Doppeladler und der Aufschrift "GERMA[NIA]E PAX", hergestellt in Gouda anlässlich des Prager Friedens von 1866

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Band 5/1991, S. 17 ff.
Martin Kügler: Politische Motive auf Pfeifenköpfen - Ein Beispiel aus dem Jahre 1846

Pfeifenköpfe mit den Porträts bekannter Persönlichkeiten und oftmals mit einer politischen Aussage verbunden sind recht häufig. Weniger bekannt sind dagegen die Gründe für das Rauchen von Pfeifen mit politischen Motiven und die Aussage des Rauchers. Ein eindeutiges Beispiel ist durch das Verbot von Pfeifen mit dem Porträt des Theologen Johann Czerski durch die königliche bayerische Regierung von 1846 überliefert: in diesem Fall indentifizierten sich die Raucher eindeutig mit den Ideen Czerskis.
Es ist grundsätzlich nicht auszuschließen, dass sich der Raucher einer Pfeife mit dem Porträt einer öffentlichen Person auch in Opposition zu ihr befand. Die Gründe für das Rauchen von "politischen Pfeifen" in der jeweiligen sozialen und poilitischen Situation können nur ermittelt werden, wenn detaillierte Informationen über die Pfeifen, die porträtierten Personen und den historischen Hintergrund vorliegen.

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Antoniusfigur aus der Gräfte der Burg Lüninghausen

Band 5/1991, S. 19-28
Thier, Bernd: Eine spätmittelalterliche Pfeifentonstatuette aus Lüdinghausen

Eine kleine in Lüdinghausen gefundene Tonfigur wird durch die charakteristischen Attribute und den Vergleich mit ähnlichen Objekten als Figur des Hlg. Antonius identifiziert. Ein Holzschnitt aus dem späten Mittelalter zeigt die Verehrung des Heiligen, der ein Geschenk erhält, das als kleine Tonfigur anzusprechen ist. Solche Tonfiguren mit religiösen Motiven sind nicht ungewöhnlich. Vergleichbare Antoniusfiguren wurden im Rheinland und in den Niederlanden gefunden. Sie unterscheiden sich in Details von der Figur aus Lüdinghausen, und obwohl zahlreiche Produktionsorte solcher Pfeifentonfiguren erfasst sind, ist ihre Herkunft nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Es ist interessant festzustellen, dass in vielen Produktionsorten von Pfeifentonfiguren in späterer Zeit auch Tonpfeifen hergestellt wurden. Es wird vermutet, dass hier bisher noch nicht untersuchte Verbindungen bestehen.

 

 

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Band 5/1991, S. 28 f.
Rüdiger J.J. Articus: Vom Rauchen und den Tabakpfeifenmachern in Schleswig-Holstein - Ein Nachtrag

Die in KnasterKOPF Band 2/1990, auf S. 30-33 mitgeteilten Informationen über die Tonpfeifenbäckerei in Itzehoe können präzisiert werden. Demnach waren 1837 hier die Fabrikanten Göbel und Walberg tätig, doch scheint die Produktion nur einen bescheidenen Umfang erreicht zu haben.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 29.08.2010
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