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Band 7


Tabakverpackung, Etikett der Firma Roi & Co, Paris, 19. Jahrhundert, aus Elias Erasmus (Paul Otto/Hans H. Bockwitz): Alte Tabakzeichen. Berlin 1924, Taf. 14, Nr. 1).

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Ruud Stam:
Ein Fund von Tonpfeifen des Pfeifenbäckers M.P. in Köln

Rüdiger Articus:
Ein alter Fund einer Tonpfeife

Margret Karras:
Westerwälder Tonpfeifenfragmente aus Ahauser Bodenfunden

Hans Gnettner:
Tonpfeifenproduktion in Lesum

Rüdiger Articus:
Eine bisher unbekannte Tonpfeifenfabrik in Marne, Kreis Dithmarschen

Olaf Rennebeck:
"Daß man vor Tabaksdampf kaum drei Schritte weit sieht"

Rüdiger Articus:
"Wie dem unvorsichtigen Toback-Rauchen gewehret werden mögte"

Walter Morgenroth:
Ostfriesische Tonpfeifen für Hannoveraner Tabakraucher in der Biedermeierzeit

Ekkehard Reiff:
Oberharzer Tonpfeifenfunde. Eine erste Übersicht

Rüdiger Articus:
Tonpfeifen aus einem Schiffswrack des frühen 17. Jahrhunderts

Martin Kügler:
Bericht über das 8. Treffen des Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen am 30. April und 1. Mai 1994 im Reiß-Museum der Stadt Mannheim

Hinweise

Rezensionen

 

 

 
Seitenbeginn


 

Doppelkonische Fersenpfeife mit den Herstellerinitialen "MP", Köln um 1680/90

Band 7/1995, S. 2-20
Ruud Stam: Ein Fund von Tonpfeifen des Pfeifenbäckers M.P. in Köln

Köln ist einer der ältesten Produktionsorte für Tonpfeifen in Deutschland, doch ist dies bisher nur archivalisch belegt. 1989 erwarb das Kölnische Stadtmuseum einen Fund von ca. 200 Tonpfeifenköpfen und Stielen. Der Besitzer gab an, sie seien alle zusammen in einem kleinen Ofen gefunden worden. Diese Aussage wird durch die Beobachtung unterstützt, dass zahlreiche Tonpfeifen mit zu hoher Temperatur gebrannt wurden und möglicherweise zu einem Brand gehören. Die Pfeifenköpfe sind doppelkonisch oder trichterförmig und in die Zeit um 1680 zu datieren. Aufgrund der Kopfformen und Dekore lassen sich zehn Gruppen bilden. Marken kommen nicht vor, aber Pfeifen der Gruppen II, IV und IX tragen die Initialen "M.P." am Pfeifenkopf. Bisher ist es nicht möglich, diese Initialen einem der namentlich bekannten Kölner Pfeifenbäcker zuzuweisen. Die Pfeifen erfuhren nach dem Ausformen nur eine flüchtige Bearbeitung, obwohl sie mit den international verbreiteten Modellen um 1680 vergleichbar sind.
Unterschieden werden 24 Modelle. Dies setzt eine entsprechende Anzahl von Pfeifenformen in der vermutlich recht großen Werkstatt des Pfeifenbäckers voraus. Der Verfasser errechnet, der Pfeifenbäcker M.P. könnte 14 Personen beschäftigt haben.

Tonpfeifen des Kölner Pfeifenbäckers "MP", um 1680/90

Seitenbeginn


     
Band 7/1995, S. 20 f.
Rüdiger Articus: Ein alter Fund einer Tonpfeife

Ein zeitgenössischer archäologischer Bericht über die Funde beim Bau des Theaters in Wismar 1841 erwähnt auch einige Tonpfeifen. Die dürftige Beschreibung der Tonpfeifen mit der Marke "EB" und der Vergleich mit ähnlichen Fundstücken in anderen Städten in Norddeutschlands erlauben, sie in das späte 17. Jahrhundert zu datieren.

Seitenbeginn

 

Band 7/1995, S. 22-28
Magret Karras: Westerwälder Tonpfeifenfragmente aus Ahauser Bodenfunden

Die meisten der in den letzten zwanzig Jahren in Ahaus gefundenen Tonpfeifen stammen aus den Niederlanden und nur wenige sind im Westerwald hergestellt worden. Fünf von ihnen besitzen den Stieltext "PETER/DORNI". Sie sind, wie ein anderes Fragment mit dem Stieltext "IOHANNES/KEISER", in das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts zu datieren. Eine andere Tonpfeife, wahrscheinlich aus derselben Zeit, besitzt die Marke "K" und dürfte von den Gebrüdern Dorn in Grenzhausen hergestellt worden sein.

Rundbodenpfeife von Johannes Keiser, Höhr letztes Drittel des 18. Jahrhunderts

Die Tonpfeife mit der Marke "ISER" mit einer Krone über dem Namen und einem Stern darunter ist älter, d.h. aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In das 19. Jahrhundert gehört eine Pfeife mit der Marke "K" und der Fersenseitenmarke "Wappen von Gouda". Diese Fragmente entsprechen den Exemplaren, die M. Kügler in den Tonpfeifenproduktionsorten Höhr und Grenzhausen gefunden hat und tragen dazu bei, die Verbreitung Westerwälder Tonpfeifen zu ermitteln.

Seitenbeginn

 

 

Pfeifenform aus Ton für einen facettierten Pfeifenkopf, Lesum, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Band 7/1995, S. 29 ff.
Horst Gnettner: Tonpfeifenproduktion in Lesum

Die Töpferei und Fayence-Fabrik von Johann Christoph Vielstich in Lesum bei Bremen im damaligen Kurfürstentum Hannover arbeitete von 1758 bis 1800. 1982 wurden bei Bauarbeiten auf dem Gelände von Vielstichs Fabrik zwei Hälften von Pfeifenformen aus Ton gefunden, jedoch keine Tonpfeifen. Vermutlich wurden Tonpfeifen jedoch nicht direkt darin ausgeformt, sondern die Formen dienten als Model zur Herstellung von Gipsformen. In den Gipsformen konnten dann Tonpfeifen ausgedrückt werden. Eine ähnliche Technik war in Porzellan-Fabriken in dieser Zeit üblich.

Seitenbeginn

 

 

 

Band 7/1995, S. 31 ff.
Rüdiger Articus: Eine bisher unbekannte Tonpfeifenfabrik in Marne, Kreis Dithmarschen

Die Tonpfeifenfabrik in Marne arbeitete nur eine kurze Zeit. Sie war 1813 von dem Geschäftsmann und Gewürzhändler Otto Friedrich Frers gegründet, doch schon im Sommer 1814 von einem seiner Beschäftigten übernommen worden. Dieser Mann, dessen Name nicht bekannt ist, verlegte die Produktion im selben Jahr nach Itzehoe, so dass in Marne nur etwa ein Jahr lang Tonpfeifen hergestellt worden sind. Bisher sind keine Produktionsbeispiele von dort bekannt. Schriftliche Unterlagen berichten von der Errichtung einer Pfeifenfabrik in Itzehoe 1814 durch Johann Göbel. Der Verfasser vermutet, dass er der aus Marne stammende Gründer der Fabrik ist.

Seitenbeginn

 

Band 7/1995, S. 33-38
Olaf Rennebeck: "Daß man vor Tabaksdampf kaum drei Schritte weit sieht. "

Der Verfasser zitiert eine Beschreibung des bäuerlichen Lebens in der Marsch, dem Gebiet zwischen Elbe und Weser, von 1858. Dort war es üblich, bei Familienfesten den Gästen Tabak und Tonpfeifen anzubieten, wie auch zwei Quellen aus den Jahren 1784 und 1810 belegen. Darin sind zahlreiche Waren aufgeführt, die Kaufleute für zwei Hochzeitsfeiern lieferten; in beiden Listen sind große Mengen Tabak verzeichnet, in der älteren Liste werden auch Tonpfeifen ausgeführt.

Seitenbeginn

 

 

 

Band 7/1995, S. 38-44
Rüdiger Articus: "Wie dem unvorsichtigen Toback-Rauchen gewehret werden mögte."

Im 17. und 18. Jahrhundert versuchten viele Landesherren, die Feuergefahr durch den sorglosen Umgang mit brennenden Tabakpfeifen durch die Androhung drakonischer Strafen bis hin zur Todesstrafe einzudämmen.

Ein solches Gesetz erliess 1719 der Herzog von Braunschweig-Lüneburg, in dem er beim Rauchen von Tonpfeifen Aufsätze oder Deckel aus Metall oder Draht, sog. "Kapseln", vorschrieb. Solche Aufsätze und Deckel werden in zeitgenössischen Quellen wie landesherrlichen Edikten und der technologischen Literatur oft erwähnt und abgebildet und wurden auch bei archäologischen Ausgrabungen in Nordeutschland gefunden.

 

Fersen- und Rundbodenpfeife
mit Kapseln aus gestricktem Messingdraht bzw. Eisenblech,
wohl deutsche Provenienz, Ende 18. Jahrhundert
  

Seitenbeginn

 

 

 

Band 7/1995, S. 44-49
Walter Morgenroth: Ostfriesische Tonpfeifen für Hannoveraner Tabakraucher in der Biedermeierzeit

1816 gründeten Conrad Bernhard Meyer und der Kaufmann G. Kannegiesser in Aurich eine Tonpfeifenfabrik. Es wird berichtet, bereits zwei Jahre später seien hier 40 Personen beschäftigt gewesen, die pro Jahr 12.000 Gross (1.728.000 Stück) Tonpfeifen herstellten; 1824 sollen 75 Personen in der Fabrik gearbeitet haben. In Aurich gefundene Tonpfeifen, die in der Fabrik von Meyer hergestellt wurden, weisen die für diese Zeit typische eiförmige Kopfform auf. Einige der verwendeten Marken sind bisher nicht bekannt. Da die meisten Pfeifen ihren Absatz in den Niederlanden fanden, ist zu vermuten, dass Goudaer Marken am häufigsten benutzt wurden. Trotz staatlicher Schutzmaßnahmen wie niedrigerer Steuern für die in Aurich hergestellten Pfeifen konnte die Fabrik der starken auswärtigen Konkurrenz nicht standhalten und stellte 1839 den Betrieb ein.

Seitenbeginn

 

Band 7/1995, S. 50-63
Ekkehard Reiff: Oberharzer Tonpfeifenfunde. Eine erste Übersicht

Der Verfasser beschreibt eine kleine Auswahl aus der großen Zahl von Tonpfeifen, die in sieben Bergbau-Städten des Oberharzes gefunden wurden. Die Tonpfeifen stammen aus der Zeit vom letzten Drittel des 17. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Vorherrschend sind Importe aus den Niederlanden, darunter ein Exemplar mit dem Porträt Wilhelms IV. von Oranien, dem Statthalter der Niederlande von 1747 bis 1751, und seiner Frau. Tonpfeifen mit Inschriften, die den Herzog von Braunschweig-Lüneburg feiern, können im Westerwald, Uslar oder Holzminden hergestellt worden sein. Ein deutscher Herstellungsort ist auch für Pfeifen anzunehmen, die bergmännnische Motive auf dem Kopf zeigen und als Marke oder Stieltext den Herstellernamen "KNECHT" angeben. Pfeifenbäcker mit diesem Namen sind u.a. in Großalmerode von 1729 bis 1835 belegt.

Rundbodenpfeife mit Wünschelrutengänger und Bergleuten an der Haspel vom Pfeifenbäcker Knecht, Großalmerode (?) 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Abschließend bestätigt der Verfasser, dass sich der stetige Rückgang des Gebrauchs von Tonpfeifen im 19. Jahrhundert auch an dem verminderten Vorkommen im Fundgut ablesen lässt. In dieser Zeit wurde Tabak an der West- und Nordwestseite des Harzes angebaut und von den Bewohnern des Oberharzer Bergstädte bevorzugt in Porzellanpfeifen oder als Zigarren und Zigaretten geraucht.

Seitenbeginn

 

Band 7/1995, S. 63 f.
Rüdiger Articus: Tonpfeifen aus einem Schiffswrack des frühen 17. Jahrhunderts

Im Deich westlich von Uelvesbüll in Nordfriesland wurde 1994 ein Schiffswrack aus dem 17. Jahrhundert entdeckt. Zur Zeit ist das Wrack zur konservatorischen Behandlung in Husum. Unter den zahlreichen Fundstücken befinden sich auch vier Tonpfeifen. Eine Pfeife war in einem hölzernen Futteral, das die Initialen seines Besitzers und die Aufschrift "Ao 16.." trägt.

Seitenbeginn

 

Band 7/1995, S. 65-69
Martin Kügler: Bericht über das "8. Treffen des Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen" am 30. April und 1. Mai 1994 in Mannheim

Auf Einladung des Reiss Museums der Stadt Mannheim, Archäologische Sammlungen, trafen sich 26 Teilnehmer. I. Jensen, F. Teutsch, L. Huber, H. Maier, H. G. Rein und K. Sarri untersuchten in ihren Vorträgen die seit 1650 im Gebiet um Mannheim, Heidelberg und Frankenthal belegte Tonpfeifenbäckerei. Die von I. Jensen und K. W. Beinhauer erarbeitete Ausstellung "Rauchen und Schnupfen in der Kurpfalz und andernorts" zeigte vielfältige Produkte aus der Region. Weitere Beiträge befassten sich mit der Entwicklung der Kopfformen von Tonpfeifen (W. Morgenroth), der Holzpfeifenfabrik Schum in Bad König (W. Stolle) und der Organisation der Tonpfeifenbäcker im Westerwald während des Dritten Reiches (R. Stam). Die Exkursionen führten ins Erkenbert-Museum in Frankenthal, das Tabak-Museum in Hockenheim und zu einem Tabakbauer in Mannheim-Seckenheim.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 29.08.2010
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