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Band 4 / 1991

Band 3 / 1990

Band 2 / 1990

Band 1 / 1989

 


Inhaltsverzeichnis:


Ralph Röber:
Tonpfeifen aus Konstanz

Andreas Wilts:
Starker Tobak. Tabakgenuß und Tabakverbote in Konstanz und am Bodensee im 17. und 18. Jahrhundert

Michael Schmaedecke:
Zum Stand der Tonpfeifenforschung in der Schweiz.
Ein erster Überblick

Martin Kügler:
Der Handel mit Westerwälder Tonpfeifen nach Süddeutschland, Frankreich, der Schweiz und Norditalien zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Lutz Jansen:
Tabakhandel im Vogtland. Zu einem bemerkenswerten Keramikfund aus Reichenbach

Martin Kügler:
Bericht über das 9. Treffen des "Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen" in Konstanz am 5. und 6. Mai 1995

Hinweise

Rezensionen

 

Band 8

Darstellung eines Schweizer Tonpfeiferauchers aus Jacob Ziegler: TABAC, Von dem gar heilsamen Wundtkraut/NICOTIANA, ... Zürich 1616, S. 8.

 
Seitenbeginn




 

Reliefpfeife mit Kopf als männliches Gesicht

Vollbild

Band 8/1996, S. 1-44
Ralph Röber: Tonpfeifen aus Konstanz

Die Tonpfeifen aus Konstanz stammen aus einem Zeitraum von 250 Jahren und weisen sehr unterschiedliche Formen und Provenienzen auf. Die in das 17. Jahrhundert zu datierenden Tonpfeifen sind vermutlich von regional ansässigen Pfeifenbäckern hergestellt worden. Unterschieden werden können hiervon weitere Tonpfeifen, die aus dem Mündungsgebiet von Rhein und Neckar und aus den Niederlanden importiert wurden. Während des 18. Jahrhunderts scheint die regionalen Pfeifenbäckerei eingestellt worden zu sein. Die Tonpfeifen aus dieser Zeit sind sehr gleichartig; ein großer Teil wurde offenbar im Westerwald produziert. Auffällig ist auch ein deutlicher Zuwachs an Fundstücken aus dieser Zeit. In den archäologischen Fundkomplexen in Konstanz kamen sieben Pfeifenköpfe aus dem 17. Jahrhundert und achtzehn aus dem 18. Jahrhundert zutage. Eine ähnlicher Sachverhalt zeigt sich bei den Funden aus Tägernmoos, wo fünf Exemplare in das 17. Jahrhundert und zwölf in das 18. Jahrhundert zu datieren sind. Daneben gibt es eine größere Anzahl nicht näher zu datierender Pfeifen, die aber einer jüngeren Periode angehören dürften.

Die Tonpfeifen aus dem 19. Jahrhundert zeigen eine große Vielfalt der Modelle auf und stammen aus sehr unterschiedlichen Gegenden: diejenigen aus dem Westerwald können mit einiger Sicherheit identifiziert werden, und auch die französischen Produkte sind vergleichsweise leicht zu bestimmen. Es wurde nur eine in Österreich hergestellte Tonpfeife gefunden. Dennoch kann für die größere Zahl der Tonpfeifen kein Herstellungsort angegeben werden.

  

Tonpfeifen des 18. Jahrhunderts aus der Brückengasse in Konstanz

Seitenbeginn

 

     
Band 8/1996, S. 45-50
Andreas Wilts: Starker Tobak. Tabakgenuss und Tabakverbote in Konstanz und am Bodensee im 17. und 18. Jahrhundert

Die erste Erwähnung von Tabak als ein selbstverständlicher Handelsartikel findet sich in den Büchern des Konstanzer Kaufhauses von 1633. Der Gebrauch des Tabaks gleich in welcher Form wurde sehr rasch populär. Zahlreiche, immer wieder aufs Neue wiederholte Verbote in Konstanz (1670 und 1675) und in anderen Städten im Bodenseegebiet war erfolglos und konnten die Verbreitung nicht verhindern. Wie die schriftlichen Quellen belegen, war gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Tabakrauchen nicht nur regional überall verbreitet, sondern auch in allen sozialen Schichten und Altersgruppen - einschließlich der Kinder - und bei beiden Geschlechtern. Erst ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Tabak in der Region angebaut und um 1764/1766 die erste Rauch- und Schnupftabakfabrik gegründet. Der Tabakanbau blieb im Bodenseegebiet jedoch wenig erfolgreich und erlangte keine große wirtschaftliche Bedeutung.


Seitenbeginn

 

 

 

 

Tonpfeifenkopf mit vier menschlichen Gesichtern, Provenienz unbestimmt, Mitte 17. Jahrhundert

Band 8/1996, S. 50-61
Michael Schmaedecke: Zum Stand der Tonpfeifenforschung in der Schweiz. Ein erster Überblick

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Tonpfeifenfunde erstmals Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen in der Schweiz; die Fundstücke wurden jedoch irrtümlicherweise mit der antiken griechischen und römischen Kultur in Verbindung gebracht oder sogar in prähistorische Zeit datiert. Dieses Material, das zumeist nur als Abbildungen in Publikationen zur Verfügung steht, wurde seitdem nicht erneut untersucht und neu interpretiert. Tonpfeifen wurde nur ansatzweise als archäologisches Fundgut untersucht, eine weitere Beschäftigung mit ihnen unterblieb bis heute.
Eine erste Betrachtung der bisher publizierten Tonpfeifenfunde in der Schweiz zeigt, dass neben den Importen aus den Niederlanden bereits zu einem relativ frühen Zeitpunkt (um 1650) auch Tonpfeifen aus Frankenthal eingeführt wurden. Im 18. Jahrhundert lieferte vor allem der Westerwald Tonpfeifen in die Schweiz. Diese Handelsbeziehungen sind in weiteren Studien noch näher zu untersuchen. Wenig bekannt ist über die Pfeifenköpfe für die sog. Manschett- oder Gesteck-Pfeifen, die möglicherwiese aus Frankreich oder vom Balkan stammen.


  

"Rauracher-Amazone", Holzschnitt, 19. Jahrhundert

Seitenbeginn

 

Band 8/1996, S. 61-79
Martin Kügler: Der Handel mit Westerwälder Tonpfeifen nach Süddeutschland, Frankreich, der Schweiz und Norditalien zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Um 1800 sank der Export der Westerwälder Pfeifenbäcker rheinabwärts in Folge der Revolutionskriege und der hohen Transit- und Importzölle in den Niederlanden rapide ab. Den Westerwälder Pfeifenbäckern gelang es aber erfolgreich, den Handel nach Süden auszuweiten, wobei sich die Schweiz zu einem der wichtigsten Exportmärkte entwickelte. Zwei Geschäftsbücher von 1802-1806 und von 1826-1830 geben exakte Auskünfte über den Absatz und die Abnehmer in Süddeutschland, der Schweiz, Italien, Österreich und Frankreich.
Eine erste statistische Auswertung der Absatzzahlen zeigt sehr plötzliche und starke Schwankungen auf. Die Geschäftsbücher enthalten auch Informationen über die Organisation des Absatzes, wie Aufträge eingeholt wurden, die Transportwege und die verschiedenen Pfeifenmodelle. Die in den Geschäftsbücher aufgeführten Namen der Pfeifenmodelle lassen nur eine ungefähre Vorstellung darüber zu, wie die Tonpfeifen ausgesehen haben. Identifizierbar sind Tonpfeifen und Pfeifenköpfe mit Porträts von Napoleon Bonaparte. Für die Zeit von 1826 bis 1830 sind Absatzzahlen für die einzelnen Gebiete ermittelbar.

Tonpfeifenköpfe mit dem Porträt Napoleon Bonapartes aus dem Musterbuch der Firma Müllenbach & Thewald in Höhr, 1830er Jahre

 

Seitenbeginn

 

Band 8/1996, S. 80-87
Lutz Jansen: Tabakhandel im Vogtland. Zu einem bemerkenswerten Keramikfund aus Reichenbach

Bei Ausgrabungen einer Abfallgrube kam ein sehr großer Tonpfeifenkopf mit einer Höhe von 11 cm zum Vorschein. Der Pfeifenkopf trägt das Gesicht eines Mannes mit einem Schnurrbart. Die Gestaltung erinnert zwar an die Pfeifen des Typs "Jonas mit dem Wal", doch ist das Gesicht nicht dem Pfeifenraucher zugewandt, sondern seitlich angebracht. Kleine Löcher, die nach dem Brand gebohrt worden sind, lassen vermuten, dass die Pfeife aufgehängt wurde. Es ist daher möglich, dass der Pfeifenkopf Teil einer Repräsentationspfeife oder einer Werbepfeife ist, die innerhalb oder ausserhalb eines Ladens hing, vielleicht einem Tabakladen oder einer Apotheke, um die Käufer auf die angeboteten Pfeifen und den Tabak hinzuweisen. Das Alter der Pfeife ist ungewiss (um 1700 ?), und es ist nicht bekannt, wo sie hergestellt wurde. Ein Import aus den Niederlanden erscheint eher unwahrscheinlich.

Seitenbeginn

 

Band 8/1996, S. 87-90
Martin Kügler: Bericht über das 9. Treffen des "Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen" in Konstanz am 6. und 7. Mai 1995

Der Einladung des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, Außenstelle Konstanz, waren 24 Teilnehmer gefolgt. Die von R. Röber vorgestellten umfangreichen Tonpfeifenfunde in Konstanz wurden durch den Beitrag von A. Wilts über die Geschichte des Tabakgenusses am Bodensee historisch eingeordnet (KnasterKOPF Band 8/1996, S. 1-44 und S. 45-50). M. Schmaedecke stellte erstmals Tonpfeifenfunde aus der Schweiz vor, und M. Kügler berichtete über den Export Westerwälder Tonpfeifen nach Südwestdeutschland und in die Schweiz zu Beginn des 19. Jahrhunderts (KnasterKOPF Band 8/1996, S. 50-61 und S. 61-79). W. Morgenroth referierte über die Konkurrenz von Holzpfeifen und Tonpfeifen, E. Reiff stellte Tonpfeifenfunde aus den Bergwerkshalden im Harz vor (KnasterKOPF Band 7/1995, S. 50-63), und L. Libert zeigte einen historischen Videofilm über den Tabakanbau in der Uckermark.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 29.08.2010
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