KnasterKOPF
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Band 2 / 1990

Band 1 / 1989

 


Band 12

Aufdruck auf einer Tabakdose aus Blech der Tabakfirma A.H. Thorbecke in Mannheim, 19. Jh., Privatbesitz; Foto: Reiss Museum Mannheim.

Inhaltsverzeichnis:


Martin Kügler:
Bericht über das 12. Treffen des Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen in Passau

Maren Weidner:
Archäologische Funde vom Rendburger Neuwerk

Rüdiger Articus:
Eine Westerwälder Tonpfeife aus Schleswig-Holstein

Richard Riemann:
Tonpfeifenfunde in Petershagen-Windheim

Klaus-Peter Schweickert:
Tonpfeifenfunde aus der Aller in Wahlbeck (Ohrekreis)

Walter Morgenroth:
Meerumwoben - schaumgeboren ... Das Ende einer Saga. Zur Herstellung der Meerschaumpfeifen im 17. und 18.Jahrhundert

Rüdiger Articus:
Tonpfeifen aus Italien

Ralf Kluttig-Altmann:
Tonpfeifen in Leipzig - Erster Vorbericht über die Neufunde seit 1990

Günter Unteidig:
Ein Tonpfeifenbrennofen in Grimma in Sachsen

Hinweise

Rezensionen

Neue Literatur

 
Seitenbeginn


Band 12/1999, S. 1-4
Martin Kügler: Bericht über das 12. Treffen des Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen vom 22. bis 24. Mai 1998 in Passau

Der Einladung des Oberhausmuseums in Passau waren 33 Teilnehmer gefolgt. Die anlässlich der Ausstellung "Ritterburg und Fürstenschlosss" bearbeiteten Tonpfeifenfunde von der Veste Oberhaus, vorwiegend aus dem 17. Jahrhundert, stellte M. Kügler vor. R. Kluttig-Altmann berichtete über Tonpfeifen aus Leipzig und die ersten Ergebnisse einer Bestandsaufnahme der Neufunde von 1990-1997 (KnasterKOPF Band 11/1998, S. 49-55 und Band 12/1999, S. 74-82). Funde vom Rendsburger Neuwerk präsentierte M. Weidner (KnasterKOPF Band 12/1999, S. 4-13), und W. Morgenroth widmete sich der Entwicklung des aufsteckbaren Pfeifenrohrs. Pfeifen aus der Adria waren Thema des Beitrags von R. Articus (KnasterKOPF Band 12/1999, S. 60-73). Lutz Libert führte den 1997 fertiggestellten Dokumentarfim "Tabakanbau in der Uckermark" vor. Die Exkursion führte in das Graphitbergwerk Kropfmühl, das Keramikmuseum Obernzell, die Zigarrenfabrik Wolf und Ruhland in Perlesreuth und das Schnupftabakmuseum Grafenau.

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Band 12/1999, S. 4-13
Maren Weidner: Archäologische Funde vom Rendsburger Neuwerk

In der Rendsburger Neustadt, Schleswig-Holstein, wurden bei Ausgrabungen zahlreiche Skelette gefunden. Die Toten wurden offenbar in großer Eile und ohne Särge bestattet. Zwischen den Knochen fanden sich zahlreiche Tonpfeifenfragmente, die nicht nur für eine Datierung der Bestattung, sondern auch hinsichtlich Informationen über die Umstände untersucht wurden. Die erste Vermutung, es handele sich um Opfer der Pest, kann nicht eindeutig bestätigt werden, da die letzten Pestepedemien 1705 und 1711 in Rendsburg belegt sind, die Tonpfeifen aber wesentlich jünger sind. Die Tonpfeifen stehen vermutlich nicht direkt im Zusammenhang mit den ausgegrabenen Skeletten. Indirekt geben sie aber doch einen wichtigen Hinweis für die Datierung der Skelette, die bisher noch nicht anthropologisch untersucht werden konnten, da bei zahlreichen Schädeln eindeutige Abrasionen der Zähne vorhanden sind: Jeweils vier Zähne, die Eckzähne und der erste Backenzahn oben und unten, sind erheblich abgenutzt, so dass ein rundes Loch entsteht, das eindeutig nur das Resultat intensiven und jahrelangen Rauchens aus Tonpfeifen sein kann.

 

Menschlicher Schädel mit Abrasionen der Zähne
vom Pauli-Friedhof in der Brandenburger Neustadt

 

Seitenbeginn

 

 

 

Band 12/1999, S. 14
Rüdiger Articus: Eine Westerwälder Tonpfeife aus Schleswig-Holstein

Es werden nicht oft Produkte Westerwälder Pfeifenbäcker in Schleswig-Holstein gefunden. Einer dieser Funde kann wegen des Stieltextes als Produkt des in Hilgert/Westerwald tätigen Pfeifenbäckers Johannes Radermacher (geboren 1745, gestorben 1802) identifiziert werden.

 

Stielfragment mit der Aufschrift "IOH / ANN // ES:R / ADE // RMA / CHE",
Hilgert/Westerwald Ende 18. Jahrhundert
   

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Band 12/1999, S. 15-25
Richard Riemann: Tonpfeifenfunde in Petershagen-Windheim

Auf den Feldern bei Petershagen-Windheim konnten über 1100 Tonpfeifenfragmente geborgen werden. Sie datieren meist in das 18. Jahrhundert und sind Erzeugnisse deutscher Pfeifenbäcker wie Johann Friedrich Iser in Hildesheim, Johann Thomas Erdmann in Holzminden und Elias Noll in Wahmbeck sowie unbekannter Produzenten in Hameln, Münden, Uslar und Großalmerode. Andere Fragemente stammen von Pfeifen, die aus Gouda und Amsterdam importiert wurden.

 
Stielfragment von (Gerhard Johann ?) Friedrich Göbel
in Großalmerode, Anfang 19. Jahrhundert

Seitenbeginn

 

 

 

Band 12/1999, S. 25-29
Klaus-Peter Schweickert: Tonpfeifenfunde aus der Aller in Walbeck (Ohrekreis)

Einige der in Walbeck gefundenen Tonpfeifen sind niederländischen Ursprungs. Eine große Zahl von Fragmenten weist den Stieltext "C.H. BOSSE/IN WALBECK" auf. Sie sind eindeutig als Produktionsabfälle des genannten Pfeifenbäckers zu identifizieren. Tonpfeifen, die auf beiden Seiten des Stieles den Text "VIVAT LU(NEBURG)/(BR)AUNSCH(WEIG)" tragen, können ebenfalls in Walbeck hergestellt worden sein, doch ist dies noch nicht gesichert.

Fersenpfeife mit stilisierten Blättern, die den Kopf einfassen,
Fehlbrand einer Pfeifenbäckerei in Walbeck, Ende 18. Jahrhundert

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Meerschaumpfeifenkopf, sog. Schwanenhals, aus Lemgo (?), um 1820

 

Band 12/1999, S. 30-59
Walter Morgenroth: Meerumwoben - schaumgeboren ... Das Ende einer Sage. Zur Herstellung der Meerschaumpfeifen im 17. und 18. Jahrhundert

Meerschaumpfeifen gehören seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zur türkischen Kultur, und über die deutschsprachigen Länder gelangten sie als Kriegsbeute auch in den Besitz christlicher Raucher. Die Legende über den Schuster in Budapest, von dem erzählt wird, er sei 1723 der erste Meerschaumpfeifenschnitzer gewesen, kann definitiv zurückgewiesen werden. Schon vor dieser Zeit wurden Meerschaumpfeifen aus der Türkei auf den Balkan geliefert und von dort weiterverhandelt. Um 1750 begann die Meerschaumverarbeitung in Ruhla (Thüringen) und Lemgo (Westfalen); anfangs wurden aus der Türkei grob zugeschnittene Meerschaumblöcke bezogen und in Deutschland weiterbearbeitet. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden rohe, unbearbeitete Meerschaumblöcke nur in geringem Umfang aus der Türkei bezogen. Eine deutliche Ausweitung der Produktion brachte die Erfindung des sog. "künstlichen Meerschaums". Es war nun möglich, die Abfälle in Blöcke zu pressen, die dann wie der echte Meerschaum zu Pfeifen geschnitzt werden konnte.

Seitenbeginn

 

 

 

 

Band 12/1999, S. 60-73
Rüdiger Articus, Rüdiger Tonpfeifen aus Italien

Vier in der nördlichen Adria gefundene Tonpfeifen sind Anlass, einen Überblick über die Tonpfeifenherstellung in Italien zu geben. In einer kurzen Zusammenfassung wird gezeigt, worin sich die italienischen Tonpfeifen von denen anderer Regionen unterscheiden. Der bedeutendste Produktionsort Chioggia, die Distrikthauptstadt der Provinz Venedig, wird näher vorgestellt. Die Tonpfeifenherstellung begann hier, vermutlich beeinflusst durch türkische Vorbilder, schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde erst 1945 eingestellt.

Ein charakteristisches Merkmal der Tonpfeifenköpfe aus Chioggia sind die drei Löcher zwischen dem Pfeifenhals und dem Inneren des Pfeifenkopfes. Die Produkte können aufgrund der Kopfformen drei Perioden zugewiesen werden: vor 1750, 1750 bis 1850 und 1850 bis 1945. Die jährliche Produktion betrug in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch 4 Millionen Tonpfeifen. Versuche, die häufig nur im Nebenerwerb betriebene Pfeifenbäckerei wirtschaftlich zu fördern, schlugen fehl und konnten den Rückgang der Produktion im 20. Jahrhundert nicht aufhalten.

   

Pfeifen aus Chioggia

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Band 12/1999, S. 74-82
Ralf Kluttig-Altmann: Tonpfeifen in Leipzig - Erster Vorbericht über die Neufunde ab 1990

Die zahlreichen Ausgraben in Leipzig seit 1990 haben auch eine große Zahl von Tonpfeifen hervorgebracht. Bisher ist etwa ein Drittel der Funde untersucht: für das 18. Jahrhundert zeigt sich eine deutliche Dominanz Goudaer Produkte. Die Stieltexte und die Marken belegen Lieferungen folgender Pfeifenbäcker: Jan van der Dus, Jan Danens, der Jong Familie, Hendrik Mandshofd, J. de Vos, Arij van der List und Peter Versluijs - die meisten Tonpfeifen wurden von der Verzijl-Familie hergestellt. Im Gegensatz dazu wurden nur einige niederländische Produkte aus dem 17. Jahrhundert gefunden und nur wenige Tonpfeifen können anderen Herstellungsorten wie Grimma in Sachsen zugewiesen werden. Dieser momentane Befund, der im Hinblick auf die generelle Verbeitung der Tonpfeifen in Deutschland ungewöhnlich ist, wird bei der weiteren Bearbeitung der Leipziger Funde kritisch zu prüfen sein. Ein bisher nicht einzuordnendes Stück ist ein ungewöhnlich großer Kopf mit einer entsprechend großen Fersenmarke.

 

 

Fersenpfeife mit überdimensioniertem Kopf und
der Fersenmarke "gekröntes Kleeblatt",
flankiert von "R" und "B",
Provenienz und Datierung unbestimmt

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Band 12/1999, S. 83-88
Günter Unteidig: Ein Tonpfeifenbrennofen aus Grimma in Sachsen

Die Tonpfeifenproduktion in Grimma, Nordwest-Sachsen, ist aufgrund archivalischer Forschungen sowie einiger archäologischer Funde von Bernd Standke im KnasterKOPF, Band 10/1997, untersucht und vorgestellt worden. Es ist nun erstmals möglich, über einen Pfeifenofen zu berichten. Die Familie Kramer stellte von 1792 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Haus Nr. 7 in der Mühlenstraße in Grimma Tonpfeifen her. Der Ofen war von einem hier zuvor tätigen Töpfer übernommen worden. Der an der Stadtmauer stehende Ofen wurden für das Brennen der Tonpfeifen umgebaut. Die Feuerung befand sich vor dem Ofen und die Hitze, die Flammen und der Rauch wurden über Züge durch den Brennraum geleitet. Auf dem Rost aus Platten aus Pfeifenton konnten die kastenförmigen Brennbehälter aufgestapelt werden, die beim Brennen von den Flammen umgeben wurden.

Pfeifenofen, Abb. 92, S. 309

Pfeifenofen von E. Günther beim Übergang von der Brikett- zur Holzfeuerung, Hilgert 1990
 

 

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Letzte Aktualisierung: 29.08.2010
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