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Band 2 / 1990

Band 1 / 1989

 


Band 13

"De tabakdrinker". Holzschnitt aus der anonymen Schrift "Een koorte beschrijvinge van het wonderlicke Kruit Tobacco." Rotterdam 1623.

Inhaltsverzeichnis:


Martin Kügler:
Bericht über das 13. Treffen des Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen am 1. und 2. Mai 1999 in Einbeck

Ralf Kluttig-Altmann:
Bericht über die 1. Tagung der Arbeitsgruppe "Systematisierung der Beschreibung von Stielverzierungen auf Tonpfeifen" am 25./26. Februar 2000 in Görlitz

Ralf Kluttig-Altmann:
Tonpfeifen in Leipzig - zweiter Vorbericht über die Neufunde seit 1990

Maren Weidner:
Tonpfeifenfunde von Maes bei Maasholm

Rüdiger Articus:
Tonpfeifenfunde vom Rande der Großstadt - Grabung in der Schloßstraße in Hamburg-Harburg

Alice Kaltenberger:
Pfeifenfunde von der Festung Kniepass, Gemeinde Unken bei Lofer/Sbg.

Hinweise

Rezensionen

Neue Literatur

 
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Band 13/2000, S. 2-6
Martin Kügler: Bericht über das 13. Treffen des Arbeitskreises zur Erforschung der Tonpfeifen am 1. und 2. Mai 1999 in Einbeck

An der Tagung auf Initiative von A. Heege und auf Einladung der Stadt Einbeck nahmen 42 Personen teil. Ausführlich stellte A. Heege Tonpfeifenfunde in Einbeck vor. M. Seeliger beleuchtete Archivalien zur Geschichte der Tonpfeifenbäckerei in Holzminden. Dem Tabakanbau und Tabakhandel in Südniedersachsen widmete sich G. Murken; Bräuche, bei denen Tonpfeifen verwendet werden, stellte U. Beck vor. Tonpfeifenfunde aus Hamburg sowie aus Maasholm präsentierten Rüdiger A. und M. Weidner (KnasterKOPF Band 13/2000, S. 43-54 und S. 29-42). L. Libert berichtete über den Stand des Projektes "Tabakmuseum Vierraden". Intensiv diskutiert und allgemein begrüsst wurde der Beitrag von R. Kluttig-Altmann über neue Ergebnisse der Tonpfeifen-Fundaufnahme in Leipzig und seine Überlegungen zur Systematisierung der abgerollten Stielverzierungen (KnasterKOPF Band 13/2000, S. 7-10 und S. 10-28). Auf der Exkursion wurden die Sammlung zur Tonpfeifenbäckerei des Stadtmuseums Uslar und die Töpferei Klett-Drechsler in Fredelsloh besucht.

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Band 13/2000, S. 7-10
Ralf Kluttig-Altmann: Bericht über die 1. Tagung der Arbeitsgruppe "Systematisierung der Beschreibung von Stielverzierungen auf Tonpfeifen" am 25./26. Februar 2000 in Görlitz

Den acht Teilnehmern des ersten Treffens gelang es, grundlegende Strukturen für eine Systematik der manuell aufgebrachten Stielverzierungen festzulegen. Ziel ist, Richtlinien für ein entsprechendes Regelwerk, welches die Stielverzierungen einerseits mit verbindlichen Bezeichnungen versieht und andererseits logisch strukturiert, zu erarbeiten. Basis dafür waren erste Überlegungen von R. Kluttig-Altmann, die er auf dem Tonpfeifentreffen 1999 in Einbeck vorgestellt hatte.
Als erstes konkretes Ergebnis entschieden sich die Teilnehmer für eine Nomenklatur, nach der die Stielverzierungen Typennummern erhalten sollen. Die Gesamtmenge aller Stielverzierungen wird nach der Art der Aufbringung gegliedert. Bleiben die in der Form eingravierten Dekore zunächst außer acht, so konnte eine Untergliederung der manuell aufgebrachten Dekore in Einzelmotive, abgerollte Motive, spiralige Kanneluren und Fingerdruckdekor erzielt werden. Innerhalb ebenfalls festgelegter Untergruppen werden jetzt alle bekannten Motive gesammelt und mit einer Typennummer versehen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die bis dahin vollständig konstituierte Systematik an einigen Materialkomplexen auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Nach dieser Testphase wird eine zügige Publikation angestrebt, um die Systematik allen Bearbeitern manueller Stielverzierungen als Arbeitsmittel zur Verfügung stellen zu können.

 

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Detail

Detail: Fersenmarke Eule

 

 

 

 

Band 13/2000, S. 10-28
Ralf Kluttig-Altmann: Tonpfeifen in Leipzig - zweiter Vorbericht über die Neufunde seit 1990

Der Aufsatz setzt die systematische Aufnahme der seit 1990 in Leipzig bei innerstädtischen Ausgrabungen gefundenen Tonpfeifen fort (KnasterKOPF Band 12/1999, S. 74-82). Gegenstand der Untersuchungen sind 119 auswertbare Fragmente von neun Ausgrabungen. Besonderes Gewicht wird dabei auf Formen und Verzierungen gelegt, die gegenüber dem ersten Vorbericht neu sind.
Pfeifenfunde des 17. Jahrhunderts treten etwas stärker in den Vordergrund, sie machen 30% der Fundmenge und 40% der Verzierungen und Marken aus. Stempel oder manuell abgerollte Verzierungen überwiegen, in die Form gravierte Stielverzierungen sind mit nur einem Beispiel, dem Fragment einer Jonaspfeife, belegt. Das Markenspektrum und die damit nachweisbaren Goudaer Pfeifenmacher sind vielfältig.

Die Nachweise für Tonpfeifenbenutzung in Leipzig vor 1650 werden durch das neue Material reicher. Aus dem ganzen 18. Jahrhundert liegen zahlreiche Funde vor. Lokale Produktion aus dem weiteren Umland Leipzigs tritt spärlich in Erscheinung ("WILLE" in Grimma, "LASPE" in Altenburg oder Waldenburg), bei den meisten Funden handelt es sich um echte oder nachgemachte holländische / Goudaer Pfeifen. Neben anderen namentlich genannten Produzenten nimmt die Goudaer Familie Verzijl wieder die herausragende Stellung ein, wobei ein Teil dieser Pfeifen möglicherweise in Grimma/Sachsen hergestellt wurde, da dort eine Mitnutzung dieses Namens nachgewiesen ist. Nachweise von Tonpfeifen aus dem 19./20. Jahrhundert sind selten und zeigen sich in diesem Fundmaterial nur in einigen gerippten Exemplaren oder Rundbodenpfeifen sowie in einer Freimaurerpfeife. Die Fundaufnahme wird fortgesetzt und tiefgreifendere statistische Auswertungen für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben.

     


Fersenpfeife mit doppelkonischer Kopfform und Fersenmarke "Eule", wohl Gouda 1650-1660

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Band 13/2000, S. 29-42
Maren Weidner: Die Tonpfeifenfunde von Maes bei Maasholm

Seit Beginn der 70er Jahre wurden bei Tauchgängen im Mündungsbereich der Schlei bei Maasholm, Schleswig-Holstein, wiederholt archäologische Funde, darunter 347 Tonpfeifenfragmente gemacht. Vergleicht man die Zeitspanne, die die Tonpfeifen abdecken, mit der schriftlichen Überlieferung für die Besiedlungsdauer des Dorfes Maes (um 1640-1701), ist eine recht große Übereinstimmung festzustellen. Die Tonpfeifenfunde setzen einige Jahre eher ein (um 1625) als die Schriftquellen; das mit dem Jahr 1701 schriftlich fixierte Ende des Siedlungsplatzes ist anhand der Tonpfeifen nicht eindeutig festzustellen. Es sind durchaus noch Pfeifen des 18. Jahrhunderts anzutreffen, da es sich bei der Unterwasserfundstelle nicht um einen geschlossenen Fund handelt. Die Qualität der aufgefundenen Tonpfeifenfragmente ist eher gering, es sind kaum Marken oder sorgfältige Bearbeitung auszumachen, insofern sich das bei dem schlechten Zustand der Stücke noch bewerten lässt. Besonders teure Pfeifen sind in dieser kleinen Gemeinschaft auch nicht zu erwarten, somit spiegelt der Pfeifenquerschnitt durchaus die ländlichen Verhältnisse wieder.

Fersenpfeife mit Mann und Frau im Relief
und Buchstaben "WK" bzw. "KM", Gouda (?) Ende 17. Jahrhundert

In diesem Zusammenhang überrascht jedoch die Anzahl der Pfeifenstücke an diesem kleinen Siedlungsplatz. Dieser Umstand könnte auf gute Handelsbeziehungen hindeuten, die über den Wasserweg der Schlei und Schleswig gewiss denkbar sind. Es ist festzuhalten, dass das vergangene Dorf Maes durch seine Funde einen Einblick in ländliche Rauchgewohnheiten vermittelt. Im Gegensatz zu den zahlenmäßig häufiger ausgegrabenen städtischen Tonpfeifenkomplexen ist die Qualität der gerauchten Pfeifen geringer. Im Verhältnis ist die Anzahl der Stücke jedoch recht zahlreich, was eine gesicherte ökonomische Situation annehmen lässt.

 
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Band 13/2000, S. 43-54
Rüdiger Articus: Tonpfeifenfunde vom Rande der Großstadt - Grabung in der Schlossstraße in Hamburg-Harburg

Bei den Funden aus der Grabung in der Harburger Schlossstraße handelt es sich bis auf eine Ausnahme ausschließlich um Pfeifen aus dem 18. Jahrhunderts, die überwiegend in die Mitte des Jahrhunderts zu datieren sind, wohingegen ältere und jüngere Stücke fehlen. Ältere Pfeifen wären durchaus zu erwarten gewesen, da die Ausgräber an dieser Stelle bis ins 14. Jahrhundert vorgestoßen sind. Möglicherweise hängt das zeitlich eng eingeschränkte Vorkommen der Tonpfeifen mit der ebenfalls zeitlich begrenzten Existenz einer Gastwirtschaft in dem der Mühle benachbarten Hause zusammen, deren Geschichte aber noch nicht ganz geklärt ist. Bei den Pfeifenfunden ist das etwa gleich starke Vorkommen niederländischer und deutscher Pfeifen hervorzuheben, wie es in Harburg bislang noch nicht beobachtet werden konnte. Meist handelte es sich um niederländische Produkte, die bei Grabungen oder Fundbergungen zu Tage kamen.

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Fersenpfeife mit Wappen der Stadt Batavia und der Vereinigten Ostindien Compagnie, Franz Verzyl in Gouda um 1750

 



Band 13/2000, S. 54-82
Alice Kaltenberger: Pfeifenfunde von der Festung Kniepass, Gemeinde Unken bei Lofer/Sbg.

Mit den Tonpfeifen von der Festung auf dem Kniepass bei Unken (Salzburg) wird erstmals ein größerer Fundkomplex aus Österreich vorgestellt. Die überwiegende Mehrzahl sind Fersenpfeifen, Rundbodenpfeifen sind sehr selten. Die meisten Pfeifen besitzen den für die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts charakteristischen kleinen doppelkonischen Kopf. Im späten 17. Jahrhundert erscheinen die neu auftretenden größeren und stärker abgeknickten Pfeifen. Verhältnismäßig viele Pfeifen zeigen die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts häufig angewandte Glasur. Neben einfarbigen Glasuren findet Spritzdekor Verwendung, der als charakteristische Dekorationsart von Gefäßkeramik für Oberösterreich, Salzburg und Südostbayern vielfach nachgewiesen ist und an sekundäre Glasierung in lokalen Werkstätten denken lässt. Nur zwei gemarkte Köpfe von Fersenpfeifen und zwei Stiele besitzen einen feinen, hellen, gut polierten Scherben, was auf eine Herkunft aus den Niederlanden weisen könnte. Dass die Tabakspfeifen von den auf der Festung stationierten Soldaten als wertvoll betrachtet wurden, zeigen verschiedene Reparaturen, darunter auch die Anfertigung einer Metallhülse zur Verbindung zweier gebrochener Stielteile. Fundkomplexe mit ähnlicher Zusammensetzung und mit vergleichbaren Objekten liegen derzeit für Freiburg, Breisach, Konstanz und Passau publiziert vor.

Fersenpfeife mit den Buchstaben "E" und "G" am Kopf, deutsche Provenienz um 1680/90

Grün glasierte Tonpfeie mit floralem Dekor am Kopf,
2. Hälfte 17. Jahrhundert

 

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Letzte Aktualisierung: 29.08.2010
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